Gespenstisch geht es in den Arbeiten von Marko Turunen nicht
nur aufgrund der Geister, Monster und Gerippe zu. Von ebenso großer Bedeutung
für die besondere Bildwirkung sind außerdem harte Schwarz-Weiß-Kontraste, die
nur selten durch Schraffuren abgemildert werden. Wie bei Fotonegativen ist das
gewohnte Verhältnis von hellen und dunklen Flächen oft vertauscht. Trotz ihrer
druckgrafischen Anmutung handelt es sich bei den Bildern des finnischen
Künstlers jedoch nicht etwa um Holzschnitte, sondern um Zeichnungen mit
schwarzem Farbstift.
Ursprünglich als Illustrationen für zwei finnische
Kinderbücher mit Gruselgeschichten entstanden, zeigen die Arbeiten auch ohne
textuellen Zusammenhang eine große ästhetische Autonomie. Gekonnt bewegt sich
Turunen auf dem schmalen Grat zwischen kindgerechter Illustration und
Horrorfilm-Ästhetik. Beide Pole befruchten sich wechselseitig, wenn z.B. die
unheimliche, zuweilen auch abgründige Stimmung durch die
trickfilmhaft-rundlichen Gespenster abgemildert und mit einer humorvollen Note
versehen wird.